Erstmals in der Geschichte des Atelierprojekts haben wir diesmal nicht
fertige Bilder gezeigt, sondern die Bilder entstanden unter Mitwirkung der
Teilnehmer des Atelierprojekts und natürlich aller Besucher im Laufe des
Nachmittags: 3-5 Personen malten jeweils zusammen ein Bild in einer
begrenzten Zeit.

Bildergalerie vom Tag der offenen Tür 2011
Die Dozenten des Atelierprojekts standen mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Teilnehmer konnten eine ganz neue Art des Arbeitens kennen lernen und Besucher gefahrlos zum Pinsel greifen, denn es ging um Spaß am Machen und nicht um ein bestimmtes Ziel: Bei Gemeinschaftsbildern ist der Prozess das Ergebnis. Auch reines Zuschauen war natürlich möglich, mitmachen aber ausdrücklich erwünscht!
Das im gemeinsamen Malprozess Erfahrbare an Kommunikation, Verständigung untereinander, Neugier, Kennenlernen unterschiedlicher Wahrnehmungen, Spielerisches, Zufälliges steht im Vordergrund. Phantasien können im Bild zusammengebracht werden, als Gegensatz, Synthese, Bruch, Versatzstücke.
Die Praxis künstlerischer Gemeinschaftsproduktion im Malen hat in München Tradition. Die Gruppe Spur, Wir, Geflecht, Kollektiv Herzogstraße, WeibsBilder, King-Kong-Kunstkabinett (heute noch) arbeiteten ab Ende der 50ziger bis Ende der 80ziger Jahre zusammen. Es ging um „soziale Phantasie“, die einer individualistischen Produktionsweise entgegengesetzt wurde.
Die gemeinsame Malerei holt die Prozesse der Interaktion und der Kommunikation, die vor und nach der individuellen Produktion kommen, in die Herstellung eines Bildes hinein. Die Malerei war ein Versuch, die künstlerische Produktion auch als Experiment mit neuen Lebensformen zu verwirklichen.
Begleitet wurde unsere Aktion von einer Einführung über die Tradition von Gruppenbildern und Gemeinschaftsarbeiten. Anschließend fand ein Gespräch über die gemachten Erfahrungen statt. Wir hoffen, dass die oder der eine oder andere Anregungen zum eigenen Weitermalen oder Zusammenmalen mit nach Hause genommen hat.